Judging Notes..

...from a breeder
Rasseentwicklung aus der Sicht eines langjährigen Züchters

Die bekannte, großartige Richterin Ann Rogers Clark sagte einmal, dass ein Richter niemals den „eigentlichen Zweck“ einer Rasse vergessen darf, die er richtet! So können sich Fehler im Laufe der Jahre in eine Rasse einschleichen und werden dann als völlig normal angesehen.

Aber gerade dies macht es sowohl Neuzüchtern, als auch Richtern sehr schwer, den korrekten Typ einer Rasse zu erkennen. Nur weil die überwiegende Anzahl der gemeldeten Hunde diesen „Fehler“ haben, macht es ihn noch lange nicht korrekt! 
Viel wahrscheinlicher ist es, dass Anzahl der Hunde im Showring, die in der Erscheinung korrekt sind, kleiner ausfällt. Um so wichtiger ist es, dass der Richter dies bemerkt und auch entsprechend bewertet. 

Man sollte stets bedenken, dass der Basenji eine einzigarte Rasse ist und eben keine Verwandschaft mit den anderen eurpäischen Hunderassen aufweist.

Erst jüngst bewiesen Genetikstudien, dass der Basenji mit zu den ältesten 5 Rassen der Welt gehört. Eine seiner bekanntesten Charakeristika ist, dass er nicht bellt. Die körperliche Ursache hierfür – der flache Kehlkopf – ist  möglicherweise durch eine frühzeitige Absplittung vom genetischen Baum entstanden, noch bevor sich das Bellen bei den Caniden entwickelte.

Der Gesamteindruck eines Basenjis sollte, nein muss seine legendäre Intelligenz ausstrahlen genau wie seine totale Aufmerksamkeit.

Unglücklicherweise hat der Basenji mit Eintritt in die Showwelt einige Züge seines einzigartigen Wesens verloren und wird dadurch mehr und mehr zu einem „gewöhnlichen“ Hund. 

Einige sehen aus wie elegante Beagles, andere repräsentieren sich wie kleine Miniatur Ibizian Hounds. Das ist traurig!

Der Basenjis ist ein ganz eigener Typ und soll auch ausstrahlen! Wenn man ihm begegnet sollen Kommentare fallen wie „was ist das?“, „welche Rasse ist das?“ sieht aus wie ein kleines Reh oder eine Antilope! Basenjis werden sehr häufig auch als „katzenähnlich“ beschrieben.

Zwei Dinge sind wichtig. Erstens, der Basenjis sollte vor allem eher quadratisch als reckeckig und höher als  lang erscheinen. Leider sind heutzutage die Basenjis eher rechteckig. Ein guter Richter wird erkennen, dass dies nicht korrekt ist.
Zweitens, der Basenjis sollte leichtgebaut sein aber mit substanzvollen Knochen. Derbe oder schwere Basenjis sind leider heutzutage häufig zu sehen. Gazellenhafte, elegante Basenjis sind diesen vorzuziehen.

Außergewöhnlich ist der Kopf eines Basenjis mit seinem in Falten gelegten Oberkopf. Falten sollten fein und reichlich vorhanden sein. Je mehr umso besser und erscheint eine Raute zwischen den Falten wäre das ideal. Die Augen sollten dunkel und mandelförmig sein,  keinesfalls gelb und rund. Schmälere Ohren sind die Besseren und sollten hoch am Kopf angesetzt sein und sich häubchenförmig nach vorne neigen. Große, seitlich angesetzte Ohren schmälern den aufmerksamen und intelligenten Ausdruck. Der Fang sollte kürzer als der Oberkopf sein, voll und an den Mundwinkeln gerundet. Nicht so schwer wie beim Beagle, nicht so schmal wie beim Whippet. Die Mehrzahl der Fänge ist zu lang. 

Äußerst wichtig, aber nur noch selten zu sehen, ist ein hoch angesetzter Schwanz mit einem ausladenden Erker, der über den Schwanzansatz hinausragt. Der Schwanz sollte auch eng auf einer Seite des Oberschenkels aufliegen und im Idealfall kann man zwischen Schwanz und Rücken nicht hindurch sehen. Es gibt keinen zu hoch angesetzten Schwanz. Ein zu niedrig angesetzter und/oder loser Schwanz verwischt den einmaligen Eindruck des Basenjis. Der Ansatz und Aufliegen des Schwanzes ist weitaus wichtiger als eine Einzel- oder Doppelrolle.

Der Basenji besitzt ausgesprochen dicke, kompakte und ovale Pfoten. Dünne und flache Pfoten sollten vermieden werden.

Die Bewegung eines Basenjis ist so außergewöhnlich wie er selbst, jedoch heutzutage noch selten zu sehen. Der gewünschte Bewegungsablauf ist leicht und unermüdlich. Man hat den Eindruck, dass er über dem  Boden schwebt.

Vielen heutigen Basenjis wird ein hervorragendes Gangwerk bescheinigt. Aber sie haben einen übertriebenen Vor- und Hinterhandschub. Das Erscheinungsbild einer solchen  Bewegung sieht dadurch eher nach harter Arbeit aus. Oft laufen diese Hunde sehr schnell, die Wahrheit ist aber, dass diese Hunde eine paddelnde Pfotenbewegung ausüben. Die Bewegung erfolgt aus dem Ellenbogen heraus, anstatt aus der Schulter. Verräterische Anzeichen eines solchen Bewegungablaufes, ist die Unterbrechung in den Fesseln and der gesenkte Kopf in der Bewegung. In der korrekten Bewegung wird der Kopf aufrecht und stolz getragen, die Bewegung ist leicht und aufeinander abgestimmt. 
Im Kommen und Gehen sollten die Läufe gerade nach vorne geschwungen und dann in einer scheinbaren imaginären Mittellinie (single tracking – einspurig unter dem Bauch) zueinander führen. Die Läufe sollten in einer geraden Linie von der Schulter ausgehend den Boden berühren. 
Double tracking - die Läufe werden ebenfalls gerade nach vorne geschwungen, treffen sich  aber nicht in einer imaginären Mittelline. Ein Fehler, der heutzutage auch sehr häufig zu sehen ist.

Die Ursache eines fehlerhaften Gangwerks findet man in der Struktur der Schulter und Hinterhand. Beim Basenji, wie auch bei allen spitztypischen Rassen, muss die Schulter gut gewinkelt sein und die Hinterhand moderat. Zur Zeit ist eher das Gegenteil der Fall. Vielfach ist die Hinterhand überwinkelt und die Schulter bzw. auch der Oberarm zu steil gestellt. Oft ist auch die komplette Vorhand zu weit vorne am Körper gestellt. Ein anderer häufiger Fehler ist ein zu kurzer Unterarm. Unterarm und Oberarm sollten eigenltich die gleiche Länge aufweisen.

Farben und Abzeichen sind eigentlich unerheblich, so lange es die vier anerkannten Farben sind: rot/weiß, schwarz/weiß, brindle/weiß und schwarz/weiß/rot. Ein breiter weißer Kragen ist kein MUSS. Ein weniger auffallend weiß gezeichneter aber guter Basenji, sollte auf keinen Fall aufgrund dessen übersehen werden.

© Uschi Grewe, ti-n Abou Teka Basenjis seit 1987
(Artikel basiert auf einem Artikel von Chris Maxka, Kennel Sundiata seit 1969)
Single track = einspurig

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